Inhalt - 2 - Steuerschock - wenn der Steuervogt zuschlägt

Steuerschock - wenn der Steuervogt zuschlägt

Wer es aus Überforderung oder Nachlässigkeit versäumt, eine Steuererklärung einzureichen, wird vom Staat höher eingeschätzt – und bezahlt mehr. In einem Fall aus dem Zürcher Oberland verlor die Steuerbehörde jedes Mass.

Details zur Sendung

Ein 41-jähriger Hilfsarbeiter hat in seinem Leben noch nie eine Steuererklärung eingereicht. Der Legastheniker ist vom Papierkrieg überfordert. Deshalb nahm das kantonale Steueramt Jahr für Jahr eine Ermessensveranlagung vor. Allerdings schätzten die Behörden sein steuerbares Einkommen jahrelang viel zu hoch ein, meist gestützt auf Angaben der Wohngemeinde: 2012 hätte er fast eine halbe Million Franken Einkommen versteuern sollen. Insgesamt bezahlte der 41-Jährige mehrere Hunderttausend Franken mehr, als wenn er seine Steuererklärungen regulär ausgefüllt hätte. Die hohen Steuerrechnungen beglich er, bis sein Vermögen aufgebraucht war. Zusammen mit einer Treuhänderin versucht Jürg Keim, den Hilfsarbeiter vor dem finanziellen Ruin zu bewahren.

  • SRF 1: Sonntag, 16. November 2014, 18.15 Uhr

Thema der Woche: Steuereinschätzung

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    • Kommentare

      (16)
      • Marianne Eichenberger09.12.2014 | 19:50

        Ich habe diese Sendung soeben zum ersten Mal gesehen und war richtig wütend über die Gemeinde Dürnten. Auf der Homepage wollte ich die als so unnachsichtig und profitgierig dargestellte Gemeindebehörde anschauen. Unter aktuell fand ich dann aber eine Mitteilung, die dem Ganzen doch noch ein freundlicheres Gesicht gibt. Ich denke, dass die Sendung das Ihrige dazu beigetragen hat, aber auch in Dürnten scheinen Menschen mit Herz zu leben. Googeln Sie doch nach " Gemeinde Dürnten"!

      • Roland Knecht03.12.2014 | 14:08

        Ich habe den Eindruck, dass die Berichterstattung und die Kommentare sehr einseitig sind.
        Ein Legastheniker ist kein Analphabet. Er ist durchaus fähig zu lesen und zu schreiben. Immerhin hat der Mann die Lastwagenprüfung (und vorgängig damit die PW-Fahrprüfung) bestanden und Grundeigentum ohne fremde Hilfe verkauft. Also wenn er etwas wollte, war er durchaus in der Lage, die betreffenden Formalitäten zu erledigen.
        Es gibt viele Menschen in unserem Land, welche auch viel Mühe mit dem behördlichen Papierkram bekunden, aber gewillt und auf ihre Art und Weise fähig sind, ihre Pflichten zu erfüllen.

      • Gerhard Bieri21.11.2014 | 11:08

        Was ist wohl aus dem Schweizervölklein geworden? Da wurde doch einmal gesagt ein einig Volk von Brüdern!! Was hatten damals die Eidgenossen mit den damaligen Steuervögten gemacht ? Anlässlich unserer Gewerbeversammlung wurde nacher dieser Skandalöse Fall von mehreren Mitglieder sehr heftig durchgesprochen. Da werden doch von gewissen Leute, sprich Superreichen riesige Steuervorteile zugesprochen und bei einem ehrlichen Kleinverdiener den letzten Franken od. Rappen auf erbährmliche Art aus dessen Taschen geholt! Da heisst es doch,es werde Angenommen. In welchem Berufszweig wird etwas angenommen ohne diesbezüglich sicher zu sein ? Wie würde da wohl der Europäische Gerichtshof urteilen ?

      • User 20.11.2014 | 01:12

        Was um Himmelswillen geht diesen Menschen bzw. Staatsdienern durch den Kopf, die weiterhin den Sachverhalt (noch) nicht verstanden haben und somit kein Entgegenkommen zeigen können. Der Mann wurde von Amtes wegen veranlagt und müsste doch mindestens zwei /drei Jahre hintereinander verglichen werden. Vor allem muss man sich den Auftritt und die Vergesslichkeit vom befragten Gemeindepräsident wirklich hinterfragen. Offenbar wird auch durch dieses Beispiel aufgezeigt, was für Technokraten sich hinter den Einseitigen Paragraphen vom Staat verstecken können. Und wenn ein möchtegerne Unternehmer eine Unternehmung nach der anderen in Konkurs schickt, wird genüsslich zugeschaut.

      • gerhard bieri19.11.2014 | 10:46

        Ihre Sendung Steuerschock Steuervögte
        Ich glaube dass in unserem ganzen Steuersystem einiges grundlegend geändert werden muss, was schon längst fällig ist. Die Begründung dass jemand die Frist zu was auch immer verpasst hat muss gänzlich geändert werden. Und vor allem müssen die Angestellten der jeweiligen Steuerämter sehr genau ausgebildet werden und zwischenkontrollen von ihren ausgeführten Arbeiten gemacht werden. In sehr vielen Ämter werden solche Stellen mit Temporären Leuten aus Personalmangel besetzt, welche die nötigen Kenntnisse und Ausbildung gar nicht haben. Wie würde zum Beispiel bei schwerer Krankheit od.Unfall eines Bürgers dies gleich behandelt. Frist verpasst.

      • gerhard bieri19.11.2014 | 10:21

        Sehr geehrte Damen und Herren
        In jedem korrekten Betrieb würden solche fragwürdige Angestellte fristlos entlassen und könnten sich nicht mit angeblichen Vorschriften heraus winden. Es ist ja eigenartig dass diese zuständigen Ämter sonst jedes nur erdenkliche von ihren Bürger wissen, nur im vorliegenden Fall niemand etwas gewusst haben will. Dank dem sogenannten
        Taschengeld oder wie auch immer haben dann manche Gedächtnisse eine Errinerungs-
        lücke. Ich glaube dass da einiges bis zum Himmel stinkt und wenn solche Leute nur noch einen Funken Anstand haben ihre Sessel ab sofort räumen und nie mehr in einer solchen
        Stellung arbeiten dürfen und dies unter ihrer eigenen Kostenfolge.

      • Bruno Bürge17.11.2014 | 19:56

        Wie kann die Gemeinde einem Bürger Land abkaufen, der – auf Grund seiner Lese- und Schreibschwäche – noch nie eine Steuererklärung einreichte. Ist vor dem Gang zum Notar nicht zuerst dieser Ausgangslage Rechnung zu tragen?
        Ist es Willkür oder schon mehr Kalkül? Aufschluss könnte geben: „In welchen Beutel die SFr. 720‘000.- aus dem Landverkauf geflossen sind.“ Mit: Abzahlung der hochgebotenen Steuern 2000-06. Grundstrückgewinnsteuer. Die absurden Steuerforderungen 2007-11 / 12. Mich würde es nicht wundern, wenn alles – Land und der Kaufpreis - sich für Hr. Suter, über Steuerforderungen, in Luft aufgelöst hat. Liebe Dürtener, was unter der Bundeshaus-Kuppel steht, gilt heute noch.

      • Bruno Bürge17.11.2014 | 16:58

        Sehr geehrter Herr Keim

        ich schliesse mich meinen "Vorschreibern” an. Auch mir hat es die Sprache verschlagen ob dem Verhalten und dem Vorgehen der Gemeindebehörden von Dürnten. Solche Machenschaften sind gelinde gesagt kriminell. Es geht nicht an, dass sich eine Steuerbehörde hinter faulen Ausreden versteckt und sagt, dies sei ein normales Vorgehen, Herr Suter habe sich nicht gewehrt oder keinen Einspruch erhoben. Hier hat man eine Person schamlos ausgenutzt.
        1. Auf die Gemeinde Dürnten muss massiv Druck ausgeübt werden.
        2. Herr Suter ist zu entlasten.
        3. Herr Suter darf nur für sein reales Einkommen besteuert werden.

        Bruno Bürge, Seilerstr. 13, 5742 Kölliken

      • sereina müller17.11.2014 | 16:44

        . . . nun ist der Gemeindepräsident auch noch Geschäftsführer in der
        Stiftung drei Tannen . . .
        Wie ist das nur möglich ??

      • Leonardo E. Pesavento17.11.2014 | 16:23

        Ich bin entsetzt! Es muss ja bekannt sein, dass E.S. leseschwach ist - denn Er ist sicher in Dürnten auch zur Schule gegangen (oder kannte man Ihn auch dort nicht??). Ich bin froh, dass in meiner Gemeinde, wo ich Steuern bezahle & zwar namhafte & keine Sozialbeträge (Fall Carlos!!!) beziehe, man mich kennt. Ich schäme mich für alle Einwohner von Dürnten, welche am 4. Dezember eine Gemeindeversammlung haben. Meldet sich etwa dort ein Steuerzahler ("mit Füdli") - sprich: Zivilcourage?? Eine Reportage der GV wäre wünschenswert. MfG Pesavento
        PS: Wie kann man einen Landkauf notariell beglaubigen, ohne den Verkäufer zu kennen???

      • Max Schneider17.11.2014 | 11:42

        Es bleibt bei mir der Eindruck hängen, als hätte die Wohngemeinde von Hr. Suter den Landverkauf für das Feuerwehrgebäude mit den Einschätzungsentscheiden – fernab von gut und bös – förmlich provoziert. Als man wusste, dass Hr. Suter über den Landverkauf an die Gemeine zu einem Bar-Vermögen von Fr. 720‘000.- gekommen ist, hat die Steuerbehörde – so schein es - erst Recht zugeschlagen.
        Der Eindruck, dass die Gemeinde über Einschätzungsvorgaben Hr. Suter administrativ verwaltet, das Handicap von Hr. Suter in bares ummünzt - und schamlos ausnützt - bleibt als schlechter Nachgeschmack zur Sendung irgendwie hängen.

      • Max Schneider17.11.2014 | 11:22

        Ich kann den Kommentaren nur beipflichten! Eine solche unverschämtheit von Seiten der Behörde ist eigentlich unvorstellbar. Die Vermutung dass Hier Land und Hof langsam aber sicher der Gemeinde zugesteuert wird lässt mich nicht los. Es könnte ja sein, dass man in absehbarer Zeit aus diesem Land und Hof eine lukrative Bauzohne errichten möchte! Da Hr. Suter vermutlich schon bei seinem "Land-Zwangsverkauf" aufs übelste (äxgüsi), beschissen worden ist, läuft es vermutlich ganu dahin, dass dieses Anwesen überbaut werden soll. Wie kann ein/e Bamte/r auf die Idee kommen, dass ein einfacher Arbeiter beinahe eine halbe Millino Einkommen generieren kann? Es gäbe noch viel zu schreiben.. mir platzt...

      • Verena Hefti17.11.2014 | 07:11

        Im weiteren möchte ich mich Herrn Leppen anschliessen und frage mich auch, ob das Land nicht unter dem Wert gekauft wurde.
        Danke, dass es Mensch wie Herr Keim und Frau Schnyder gibt.
        Übrigens: beschämend ist es auch für die Treuhandbüros, die Herr Suter die Hilfe verweigerten.

        Die Gemeinde kann froh sein, dass sie es hier mit einem so liebenswerten Menschen wie Herrn Suter zu tun haben. Ich möchte damit an den Skandal im Stadthaus Zürich und an Zug erinnern.

      • Verena Hefti17.11.2014 | 07:00

        Dass es eine Schweizer Gemeinde (dazu noch im Kanton Zürich!) nötig hat, einen Mitbürger auf diese unverschämte Weise abzuzoggen, ist jenseits von Gut und Böse und nur beschämend! Geht man mit dem Stichwort Dürnten ins Internet, kommt man auf die Homepage von dieser Gemeinde und was steht da: lebenswert! Ist es wirklich lebenswert in einer Gemeinde, die jemand in den Ruin treibt?
        Alle reiten jetzt auf den verpassen Fristen rum, warum nimmt niemand von der Steuerverwaltung Stellung zu den jenseitigen Steuereinschätzungen? Wohl kein Wunder, dass die Herren Hemmungen haben vor der Kamera Stellung zu nehmen.

      • Sandro Leppen16.11.2014 | 19:23

        Es würde mich noch interessieren ob die Gemeinde beim Kauf vom Land auch noch einen guten Kauf getätigt hat. Es ist so etwas von gemein was die mit diesem Mann gemacht haben!!

      • Maria Gössi16.11.2014 | 19:04

        dies zu sehen ist absolut unfassbar und schockiert mich zu tiefst! so geht gemiende und staat mit menschen um, die anders sind und nicht die gesellschaftlich geforderten fähigkeiten mitbringen...mir ist zum heulen zu mute!
        lieber herr keim, ich wünsche ihnen kraft, um die kommende zeit durchzustehen. ich wünsche ihnen freunde, die sie in zukunft unterstützen und ihnen zur seite stehen! herzlich maria gössi

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