Mick Jagger, der Frontmann der Rockgruppe Rolling Stones, hat dieses Jahr seinen 79. Geburtstag gefeiert. Böse Zungen behaupten, man sehe ihm jedes einzelne dieser Jahre an. Doch die tiefen Falten Schönheit Echtheit macht attraktiv täuschen: Bei Konzerten hält Mick immer noch mühelos Tausende von Fans in Atem.

Zwei oder drei Stunden auf der Bühne herumturnen und dabei noch singen – woher kommt diese Superkondition ? Vielleicht von den Ernährungsgewohnheiten des «Rock-Opas». Mick Jagger bekennt: «Auch ich habe ein Laster: Ich trinke täglich um drei meinen Tee.»

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Teeland Grossbritannien

Mit diesem Statement outet sich der Sänger als typischer Engländer. In keinem anderen westlichen Land hat das Teetrinken Teerituale So unterschiedlich wird auf der Welt Tee getrunken eine solche Bedeutung wie in Grossbritannien. Aber auch ausserhalb der britischen Inseln hat die Popularität des Teetrinkens in den letzten Jahren enorm zugenommen.

Wie Pilze schiessen spezialisierte Teegeschäfte aus dem Boden. «Neue» Teesorten wie Pu-Erh, Kombucha und Rooibos sind nicht wie früher nur in Asien-Shops und Dritte-Welt-Läden zu finden, sondern auch bei Coop und Migros. Viele Teesorten werden mit dem Verkaufsargument «gesund» Giftstoffe im Tee Ist er weniger gesund als gedacht? angepriesen. Sie sollen das Immunsystem stärken, beim Abnehmen helfen, die Haut straffen, die Stimmung verbessern und noch vieles mehr. Tee als eine Art Wundermittel?

Tee trinken regt an, aber nicht auf

Die Wirkung eines Tees hängt stark von der Sorte und von der Qualität ab. Vom klassischen Tee aus den Blättern des asiatischen Teestrauchs unterscheidet man eine ganze Reihe von Tees aus anderen Pflanzen, zum Beispiel Mate oder Lapacho.

Diesen Tees ist gemeinsam, dass sie bis zu drei Prozent Koffein (Tein) enthalten. Deshalb wirkt Tee stimulierend ähnlich wie Kaffee Koffein 10 Fakten zu Kaffee . Die meisten Teetrinker machen allerdings die Erfahrung, dass Tee, im Gegensatz zum Kaffee, nur an-, aber nicht aufregt.

Grund dafür ist die Gerbsäure, die das Koffein bindet und dazu führt, dass es im Organismus nur langsam abgegeben wird. Gerbstoffe aktivieren auch die Verdauung und haben eine beruhigende Wirkung auf Magen und Darm. Deshalb hat die Devise «abwarten und Tee trinken» bei Magen-Darm-Erkrankungen häufig Erfolg.

Das stellte auch der amerikanische Präsident Theodore Roosevelt (1858 bis 1919) fest, der sich während einer Afrikareise von den Heilwirkungen von Tee überzeugen konnte. In einem Brief schrieb er: «Meine Erfahrung zeigt mir, dass Tee besser ist als Brandy. Während der letzten sechs Monate in Afrika nahm ich keinen Brandy zu mir, und wenn ich krank war, trank ich stattdessen Tee.»

Warum Grüntee so gesund ist

Der heimliche Star unter den Tees ist der Grüntee. Das Koffein wird beim Aufbrühen von Grüntee sehr langsam freigesetzt, was die schonende Wirkung erklärt. Darüber hinaus enthalten die grünen Teeblätter Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, die die Zellen vor Alterungsvorgängen schützen. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die zeigen, dass die Inhaltsstoffe von Grüntee Herz-Kreislauf-Krankheiten günstig beeinflussen, den Cholesterinspiegel Ernährung Das Märchen vom Cholesterin senken und in gewissem Mass sogar Krebserkrankungen vorbeugen können.

Allerdings muss man, um einen positiven Effekt zu erzielen, täglich mindestens einen bis zwei Liter Grüntee trinken. Ein weiteres Argument für den regelmässigen Genuss von Grüntee ist der relativ hohe Gehalt an Fluor. Dieser Mineralstoff härtet die Zähne und beugt Karies vor.

Teetrinken als Zeremonie

Handfeste medizinische Beweise für die gesundheitlichen Qualitäten der Teepflanze gibt es also genügend. Viel weniger gut messen lässt sich die Tatsache, dass Teetrinken der Seele gut tut Sie lebt japanische Teekultur Ein Tee und eine Seele . Das Summen des Teekessels, das dampfende, wohlriechende Getränk, die warme Teetasse das alles wirkt beruhigend und entspannend. «Lets have a nice cup of tea» mit diesem Motto meistern die Engländer manche Lebenskrise.

In Japan zelebriert man Teetrinken sogar als spezielle Meditations- und Kunstform: Bei der Teezeremonie, die im 12. Jahrhundert von Zen-Buddhisten entwickelt wurde, ist jeder Handgriff genau festgelegt. Das Zubereiten des Tees kann bis zu einer Stunde dauern.

Unabdingbare Bestandteile der Teezeremonie sind Ruhe , Schlichtheit und Klarheit, was sich auch in der Einrichtung der Teehäuser und in den verwendeten Gegenständen wiederspiegelt.

Tee-Eier sind ungeeignet

In den schweizerischen Alltag lässt sich ein solches Ritual nur schwer integrieren ganz abgesehen davon, dass die Teezeremonie während Jahren erlernt werden muss. Aber auch bei uns steht und fällt der Teegenuss mit der richtigen Zubereitung. Tee-Eier und Teezangen sind zwar sehr praktisch, aber ungeeignet: Die Teeblätter quellen auf und verstopfen die feinen Löcher, Wirk- und Geschmackstoffe können vom Tee nicht ins Wasser übertreten.

Den besten und gehaltvollsten Tee erhält man, indem man die Teeblätter lose in eine Kanne gibt, mit heissem Wasser übergiesst und den Tee nach der Ziehzeit in eine vorgewärmte Kanne umleert. Wem das zu kompliziert ist, der kommt auch mit Teefiltern aus Stoff oder einem Teesieb zu einer guten Tasse Tee.

Wenn es stimmt, dass Tee gesund und glücklich macht, dann müssten die Briten eigentlich besonders lang leben. Die Statistik beweist leider etwas anderes: Engländer werden weder älter noch sind sie weniger krank als Schotten, Schweden oder Schweizer. Vielleicht, weil beim «five-oclock tea» nicht nur am edlen Assam oder Darjeeling genippt, sondern auch geschlemmt wird. Süsse Teekuchen und fette Sandwiches machen die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Teegenusses rasch wieder zunichte.

Wissen, was dem Körper guttut.
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Chantal Hebeisen, Redaktorin
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